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Social Media im Recruiting: Instagram – das bildgewaltige, heimelige Netzwerk

Social Media Blog Instagram Header

In unserem zweiten Teil über die Social Media im Recruiting nimmt sich unser Social-Media-Experte Andree Hochbach das (Bewegt-)Bildernetzwerk Instagram vor. 2010 gegründet zählt Instagram Ende 2019 mehr als 1. Milliarde Nutzer weltweit. Nach eigenen Angaben nutzen 500 Mio. User täglich die Story-Funktion und immerhin 27% der Deutschen sind auf Instagram vertreten. 2012 von Facebook gekauft kann man heute über den Facebook-Werbeanzeigenmanager auch seine Instagram-Ads verwalten. Neben YouTube tummeln sich vor allem auf Instagram die viel beschrieenen Influencer. Auf Instagram lassen sich vermutlich besser, als auf den meisten anderen Plattformen, Influencer kategorisieren. Neben verschiedenen Themen findet man hier auch Nano-, Mikro-, Makro- und Mega-Influencer. Nicht, dass es die auf YouTube oder beispielsweise Twitter nicht auch gäbe. Bei Instagram genießen sie einfach ein wenig mehr Aufmerksamkeit.

  

Tummelplatz der Eitelkeiten

Das klingt leicht polemisch und ganz so schlimm ist es nicht. Dennoch muss man verstehen, dass Instagram, wie kaum ein anderes Netzwerk, den Drang zur Selbstdarstellung und den Drang nach Voyeurismus befriedigt. Das muss nichts Schlechtes sein, denn wenn wir einen genaueren Blick auf die Zielgruppen werfen und das ganze in einen sozilogischen Kontext setzen, ergibt das durchaus Sinn und erfüllt auch seinen Zweck. Der überwiegende Teil der Nutzer rezipiert Instagram eher passiv. Eigene Bilder und Videos hochzuladen steht dabei im Hintergrund. Wichtig ist Menschen mit Vorbildfunktion zu folgen, an ihrem Leben teilzuhaben oder einfach nur auf dem Laufenden zu bleiben.

Instagram Eitelkeiten persoperm

  

Das ist umso verständlicher, wenn wir berücksichtigen, dass 47% der 14-39-Jährigen auf Instagram zu finden sind und sogar 74% der 14-19-Jährigen. Instagram erfüllt, wie viele andere Social Networks auch, einen soziologischen Zweck. Früher waren es die Schauspieler und Musiker, die ewig weit weg schienen. Heute ist es die Let’s Playerin, ein Cosplay-Influencer oder die Typen von nebenan, denen man folgt. Für Jugendliche der Ort, im noch frühen 21. Jahrhundert, um sich beim Erwachsenwerden zu orientieren, sich selbst zu finden und seine eigenen Werte zu verorten.

  

Was Jugend entdeckt, annektiert das Alter oft von allein

Natürlich entdecken auch ältere Zielgruppen und immer mehr Unternehmen (25 Millionen Business-Profile, Stand Dezember 2019) das Netzwerk für sich. Jedoch funktioniert Vernetzung hier ein wenig anders und das für viele sehr private Netzwerk bleibt dem Anschein nach sehr privat.

Social Media Blog Instagram Selfie

  

Die Influencer teilen dabei umso mehr aus ihrem Leben. Nicht immer ganz authentisch inszeniert sich der ein oder andere von ihnen und vermittelt dabei bisweilen merkwürdige Werte und Vorstellungen. Das führt inzwischen zu sehr lustigen Memes, die zeigen, wie so manch perfekt erscheinendes Bild tatsächlich entstanden ist und dass nicht alles Gold ist, was glänzt.

  

Fokussiert vielfältig

Im Gegenzug zum großen Geschwisterchen Facebook ist Instagram seiner ursprünglichen Funktionswelt weitestgehend treu geblieben. Eine Chatfunktion ist zwar integriert, aber in der Regel erfolgt Interaktion durch Kommentare und Likes.

Social Media Blog Instagram Bildanzeige

  

Dabei hat Instagram in den letzten acht Jahren sehr geschickt Funktionen erweitert und adaptiert. Wie groß war der Aufschrei, als Instagram fast schon anstößig einfach die Story-Funktion von snapchat kopierte. Das machte das Netzwerk so gut, dass es snapchat bei den daily Stories schon bald überholte. Auch sie verschwinden nach 24h und tauchen nicht im Feed des Nutzers auf. 500 Mio. Menschen nutzen sie täglich.

  
Nicht nur 60 Sekunden

Videos können bis zu einer Länge von 60 Sekunden in den Feed geladen werden. Längere Videos können seit 2018 über IGTV (Instagram TV) mit bis zu einer Stunde länge hochgeladen werden. Das eröffnet viele neue Möglichkeiten, insbesondere für 2016 eingeführten Businessprofile. Sie ermöglichen detailliertere Statistiken, Werbung direkt über die App einzufügen oder auch eine Kontaktmöglichkeit zu hinterlegen. Diese Option ist bei Standardprofilen nämlich arg begrenzt. Ebenso sind die Augmented-Reality-Filter 2018 eingeführt worden. Sie erlauben es Bilder und Videos mit einer virtuellen Maske und Effekten mit der Tracking- und Raumerkennungstechnik zu versehen.

Instagram nich nur 60sek persoperm

   

Im Juni 2020 kündigte Instagram mit Instagram Reels eine Funktion an, die klar als ein “Angriff” auf das Netzwerk TikTok zu verstehen ist. Hier können 15 Sekündige Clips sowohl mit Tönen, als auch visuell bearbeitet werden. Diese sind zudem im Explorebereich gesondert zu finden. Alles in allem hat Instagram mit dem Fokus Bild und Bewegtbild sehr viel erreicht und es verstanden die Nutzerbedürfnisse und Monetarisierung bisher weitestgehend Hand in Hand gehen lassen. Das ist in der Social-Media-Welt keine Selbstverständlichkeit. Die interaktiven Formate, wie kleine Umfragen erhöhen zudem das Nutzer-Engagement und tragen so zu einer weiteren Möglichkeit der Interaktion bei.

 

Recruiting mit Instagram

Natürlich ist es möglich über Ads oder einen gut gepflegten Instagram-Kanal Recruiting zu betreiben. Für Letzteres sollte man sich aber bewusst sein, dass sowohl die Qualität des Contents eine außerordentlich wichtige Rolle auf diesem Netzwerk spielt und die Periodizität erscheinender Beiträge ebenso. Das bedeutet konkret, dass sowohl anspruchsvoller, wie regelmäßiger Content über den Erfolg des Recruiting-Kanals auf Instagram bestimmt. Je nach Kanal, Unternehmen und Branche können diese Ansprüche unterschiedlich hoch sein. Allerdings sollte man auf Instagram Content für jeden einzelnen Tag einplanen. Stories nicht eingerechnet.

  

Immersiver Content

Auch wenn viele Stories auf den ersten Blick nach spontanen Aufnahmen aussehen, darf man ziemlich sicher sein, dass ein großer Teil gut durchdacht und geplant sind. Authentische Spontanität zu suggerieren ist die wahre Herausforderung dabei. Unternehmen werden hier zwar nicht zwingend mit den gleichen Maßstäben, wie manche Influencer bewertet. Dennoch gilt es dieses private Netzwerk auch als Unternehmen mit einem Business-Profil als solches zu verstehen und für die User Plattform immersiven Content anzubieten.

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Hat man dies verinnerlicht und kreiert informativen, unterhaltsamen und oder humorvollen Content, ist so gerade bei den jungen Zielgruppen auch Recruiting über Bild & Bewegtbild gut möglich. Viel besser jedoch funktionieren mit diesen Formaten Employer-Branding-Kampagnen. Einblicke in den Unternehmensalltag, Mitarbeiter-Stories oder kreativ aufbereitete Informationen über das Unternehmen und seine Leistungen sind die offensichtlichsten Beispiele.

   

Sieht gut aus

Die Zukunft des Netzwerkes schaut aus heutiger Sicht sehr solide aus. Die Nutzerentwicklung ist stabil, den jungen Zielgruppen folgen allmählig auch die älteren. Instagram gehört zum Facebook-Netzwerk und greift damit auf immense Ressourcen und Daten zurück, die beim Ausbau der Plattform äußerst nützlich sind. Sofern Facebook hier nicht wie bei seiner eigenen Plattform den Fehler macht immer mehr Funktionen auf Teufel komm raus integrieren zu wollen, werden auch junge Nutzer dem Netzwerk noch eine Weile verbunden bleiben.

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Letztlich wird aber auch Instagram weitere Möglichkeiten für Unternehmen schaffen müssen, um leichter und passgenauer an die User kommunizieren zu können. Dabei besteht die Gefahr, dass sich Instagram verzettelt oder User durch neue Formate verprellt. Die Betonung auf die private Atmosphäre des Netzwerkes hat mit seiner immensen Bedeutung für die Nutzer zu tun. Geht dieses Gefühl verloren – und auch hier zeigen sich bereits erste Anzeichen für – wird eine Abwanderung zu möglichen Alternativen immer wahrscheinlicher.

  

Semi-tauglich

Wenn es darum geht, Instagram als Recruiting-Kanal zu verwenden, muss man sich zunächst fragen, ob man nur Ads schalten will, oder ob man mittels Content mittelfristig an der eigenen Arbeitgebermarke arbeiten will und sich so dauerhaft Instagram als Recruiting-Kanal erschließen möchte.

Diese Entscheidung hängt unter anderem davon ab, ob die eigene Zielgruppe gut auf Instagram vertreten ist oder sich zumindest einigermaßen klar auf der Plattform identifizieren lässt. Außerdem sollte man wissen, mit welchen Content diese auf Instagram angesprochen werden kann (Reisen, Food, Life, Experience, Infotainment, etc.). Danach muss man nur noch abwägen, ob man sich, neben der passenden Strategie, die regelmäßige Produktion und Ausspielung sowie das Community-Management leisten kann und will.

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Wenn ja, dann ja!

Sind diese Fragen beantwortet und ist man bereit den nötigen Aufwand zu betreiben, dann ist Instagram, im Rahmen seiner Möglichkeiten, ein sehr guter Recruiting-Kanal. Strategie und Geduld sind hier die entscheidenden Faktoren neben kreativen Ideen und einem gehörigen Maß an Authentizität.

 

Andree Autor pp

Zum Autor:

Andree Hochbach ist studierter Kommunikationswissenschaftler und Dozent für strategisches & operatives Online-Marketing sowie Social-Media & Mobile-Marketing. Digitale Tools und junge Zielgruppen stehen bei ihm besonders im Fokus. Außerdem berät er verschiedene Unternehmen und Institutionen bei der Digitalisierung ihres Marketings, insbesondere bei der Ausrichtung des Employer Brandings und der strategischen Kommunikation.

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