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Schatten der Digitalisierung: Digitalisierung im Arbeitsleben – Teil 4

persoperm Digitalisierung

In dieser Essay-Reihe widmet sich Andree der Digitalisierung in der Arbeitswelt. Weil das Thema so unglaublich komplex ist, splitten wir das Gesamt-Thema in leicht und recht schnell zu lesende Kurzessays auf, die sich immer mit einem oder wenigen Teilaspekten beschäftigen.

 

Mit gesundem Optimismus

In unserem vorletzten Teil der Essay-Reihe Digitalisierung im Arbeitsleben erörtere ich die negativen Seiten der Digitalisierung. Ich? Ja ich. Diesmal nehme ich eine ganz persönliche Einschätzung vor. Es ist mehr Meinung als faktenbasierte Auflistung. Ich werfe mehr Fragen auf, als ich womöglich Antworten gebe. Es soll gar nicht so negativ werden. Es sollen nur auch die negativen Seiten angesprochen sein. Und ja, ich werde den ein oder anderen Punkt gleich entkräften. Vielleicht mit Fakten und Argumenten, eventuell auch mit gesundem Optimismus.

 

Wo führt uns der Weg hin?

Prophetisch müsste meine Antwort jetzt klingen. Wird sie aber nicht. Klar wird die Digitalisierung viel verändern. Aber bezogen auf das Arbeitsleben, und da würde ich thematisch gern fokussiert bleiben, wird sie manches stark vereinfachen, anderes dafür unheimlich verkomplizieren. Das mit der Komplexität wird für viele Probleme sorgen. Nicht jeder wird dieser Komplexität gewachsen sein. Und wie im ersten Teil der Serie schon angeführt bringt dies so einige Veränderung mit sich.

persoperm DigitalisierungDiese Veränderung ruft aber auch Ängste hervor. Diese Ängste müssen wir ernst nehmen, denn der Verlust von Arbeit bedeutet für viele einen Verlust von Sicherheit. Die Sicherheit sein Leben selbst in der Hand zu haben und die Sicherheit versorgt zu sein. Denn die Änderungen im Arbeitsleben werden kommen und aktuell sieht es nicht so aus, als ob wir, politisch gesteuert, gesellschaftlich auf diesen Wandel vorbereitet sein werden. Das verursacht auch bei mir ein wenig Unbehagen.

 

Geben wir zu viel von uns selbst auf?

Wenn wir schon bei philosophischen Betrachtungen sind, müssen wir uns fragen, was uns genommen wird, wenn die Digitalisierung in vielen Berufen den Menschen ihre Aufgabe nimmt? Der ein oder andere betrachtet seinen Job doch als zumindest teilweise sinnstiftend und vereinzelt womöglich lebenserfüllend. Berauben wir uns dann nicht selbst, wenn wir in einem so wichtigen Teil unseres Lebens unser Zutun obsolet werden lassen? Vielleicht brauchen wir nach der digitalen Revolution ein ganzes Heer an Psychologen? Nehmen wir mal an wir schaffen es, uns die Angst für das eigene Auskommen zu nehmen und ein Grundeinkommen nachhaltig und voll funktionstüchtig zu etablieren. Es bleibt doch dann die Frage, ob wir mit unserer neugewonnenen Freiheit umgehen können? Schaffen wir es, uns den ganzen Tag selbst zu beschäftigen oder beginnen wir Kriege, weil uns in Woche 6 unserer Dauerferien die Decke auf den Kopf fällt?

Klar werden wir auch viele neue Jobs schaffen und Menschen werden arbeiten, um zusätzlichen Verdienst zu bekommen und um etwas zu bewegen. Doch nicht jeder wird die nötigen Fähigkeiten mitbringen und nicht annähernd alle werden wir vermutlich für diese Arbeit brauchen. Was tun wir also den ganzen Tag? Pilates? Fortnite? Wobei man da scheinbar ganz gut Geld verdienen kann, wie die jüngste Fortnite-WM zeigte.

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Medienstress – Realität oder Schein?

Überhaupt versetzt uns die Digitalisierung momentan doch in vor allem eine Lage: Die, immer und überall erreichbar zu sein. Und das in einer Zeit, in der die Work-Life-Balance immer wichtiger wird. Dabei geht es gar nicht um das Müssen, sondern um das Können. Wie „verlockend“ ist es dann, nachdem man die Kinder ins Bett gebracht hat, nochmal für ein oder zwei Stündchen Emails zu beantworten. Was macht das mit uns? Wie ist das mit den Telefonaten im Urlaub, weil das ganz wichtige A-Level-Projekt an einer Stelle hapert? Generell klingelt ständig unser Telefon. Nicht nur wegen Arbeit. Viele reden schon vom Medienstress. Ich möchte hier gleich einhaken. Diesen so genannten Medienstress gibt es nicht.

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Die Doktorarbeit von Jana Hofmann beschäftigte sich genau damit. Ich durfte glücklicherweise Teil der Studie dazu sein und war an den Ergebnissen natürlich sehr interessiert. Überraschung sagt sie. Den Medienstress als solchen gibt es nicht. Wenig populär in der auf Extreme und Probleme getrimmten Gesundheitskommunikation. Ernsthaft, lest mal Publikationen aus diesem Segment. Gefühlt zu jedem Thema gehen die Artikel in Richtung Endzeit. Grausam. Umso erfrischender war dieser Lichtblick. Wer anfängt, sich gestresst zu fühlen, vermeidet (oh Wunder, wer hätte es gedacht) den Medienkonsum und geht auch einfach mal nicht ans Telefon. Ja, sowas machen Menschen. Sie nutzen ihren Verstand.

 

Welche Probleme verursacht die Digitalisierung in Unternehmen?

Die Probleme, die die Digitalisierung in Unternehmen mit sich bringt, sind aber nicht nur mit gesundem Menschenverstand zu lösen. Natürlich braucht es den ebenso, aber hier gehört auch eine Strategie und die nötigen Handlungskompetenzen dazu. Doch zuallererst bedarf es dem Willen diese Probleme zu lösen. Nur welche Probleme eigentlich? Das erste Problem besteht darin abzuwägen, welche Schritte man in der Digitalisierung mitgeht und welche man gekonnt auslässt. Gehe ich als Unternehmen voran oder warte ich ab, wie sich andere positionieren? Verpasse ich dadurch womöglich den Anschluss oder vermeide ich kostspielige Fehler? Wie bekomme ich meine Mitarbeiter dazu den Weg mitzugehen? Wie verleihe ich meinem Team das sichere Gefühl, dass es sich nicht um ein Schreckgespenst handelt und sie auch morgen noch ihren Job machen dürfen, ohne von einer Maschine ersetzt worden zu sein? Wird die Spracheingabe auch Ostdeutsch, Schwäbisch oder Fränkisch verstehen?

 

Welche Herausforderungen müssen gesellschaftlich gemeistert werden?

Wie schon ab und an erwähnt, müssen wir auch an die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen denken. Es nützt uns gar nix, wenn wir Unternehmen erfolgreich digitalisiert haben und dadurch eine Menge Menschen ihre Freizeit genießen können, wenn wir keine soziale Absicherung schaffen. Das hört ja nicht bei einer Grundsicherung auf, sondern wir müssen auch eine Arbeitswelt regeln, in der die Leute nicht mehr wegen dem Lebensunterhalt berufstätig sind. Zudem müssen wir, um dies auch nur ansatzweise finanzieren zu können, weg von der Besteuerung von Arbeit und hin zu anderen Besteuerungsmodellen, wie z.B. einer Transaktionssteuer, kommen. Bewusst nicht nur Finanztransaktionssteuer, damit ein Warentausch auch darunterfällt. Gerade in der Digitalwirtschaft ein wichtiger Unterschied. Diese Dinge zu denken und alle Variablen nur ansatzweise zu berücksichtigen, ist die wahre Herausforderung, der wir uns sehr zeitnah stellen müssen.

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Dabei fabulieren wir von der nächsten Krise, die sich ankündigt und wie schlimm es ist, jetzt alles auf die Klimarettung zu fokussieren. Wir reden immer von der Verbesserung unserer Bildung, sind aber nicht bereit das Bildungssystem vom Föderalismus zu entkoppeln und ganzheitlich neu zu denken, es also komplett umzukrempeln. Wir sprechen nicht bis wenig davon, wie wir durch umsichtiges globales Wirtschaften zukünftige Flüchtlingskrisen verhindern und zeitgleich stabile Märkte aufbauen, die sich selbst versorgen, aber auch unsere Waren fair abnehmen können. Die Liste kann man ewig weiter führen und das soll hier auch keine Anklage werden. Die meisten „Probleme“ der Digitalisierung ergeben sich meiner Ansicht nach aber nicht aus der Digitalisierung als solches, sondern unserer Unfähigkeit die Chancen und Notwendigkeiten anzugehen.  

 

Können wir das überhaupt schaffen?

Bleibt also die Frage ob wir diesen Berg an Aufgaben überhaupt bewältigen können? Meine Antwort darauf ist: sicher. Wir müssen nur endlich anfangen damit sie lösen zu wollen. Ich bin mir sicher, dass an ein oder anderer Stelle auch schon die verschiedenen Ideen und Gedanken-Konstrukte gesponnen werden. Ein wenig mehr Kommunikation wäre aber wünschenswert. Sie würde zudem für mehr Transparenz sorgen und zumindest einigen Menschen ein Gefühl von Sicherheit vermitteln. Das ist in Anbetracht aktueller politischer Entwicklungen nicht die schlechteste Sache.

Das man mich nicht falsch versteht. Ich bin Optimist, deswegen weigere ich mich zu sagen, schaffen wir nicht mehr. Aber ich mache mir nichts vor, da stehen uns riesige Aufgabenpakete bevor und wir verplempern unsere Zeit über, es tut mir leid, aus meiner Sicht unsinnige Migrationsdebatten, die absolut am eigentlichen Handlungsbedarf vorbeigehen. Wir diskutieren über die Rettung von 20.000 Stellen einer übersubventionierten, umweltverschmutzenden und sehr endlichen Industrie, anstatt über die Schaffung von Brückenlösungen dieser Stellen nachzudenken und alternative Technologien stärker zu fokussieren. Außerdem sprechen wir über die Probleme bei der Nachwuchsgewinnung und der Unzufriedenheit mit den Fähigkeiten der jungen Bewerber, anstatt über die notwendigen Änderungen im Bildungssystem zu debattieren.

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Wir doktern hier und da ein wenig rum, aber man gewinnt nicht den Eindruck als gäbe es ein Gesamtkonzept oder als hätte jemand auf der Entscheidungsebene einen tatsächlichen Plan. Kann man aber ändern. Wir wissen, welcher Weg grundsätzlich zu beschreiten ist.

ein letztes Mal Digtalisierung

Im letzten Teil unserer Essay-Reihe gehe ich auf die Vorteile und Chancen ein, die wir durch die digitale Revolution ermöglichen können.

 

Bildquellen: Johannes Plenio auf pixabayFunkyFocus auf pixabayfancycrave1 auf pixabaySteve Riot auf pixabayArek Socha auf pixabay

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