Der -Player kann leider nur geladen werden, wenn Sie der Verwendung von Drittanbieter Cookies & Skripten zustimmen.

Sie haben zu einem früheren Zeitpunkt eine Auswahl zur Verwendung von Cookies & Skripten von Drittanbietern getroffen.

Klicken Sie hier um Ihre Auswahl zu ändern oder Ihre Zustimmung aufzuheben.

Remote-Work als Click-Worker – Ready Player One oder den Löffel gibt es gar nicht

Click-Worker im Remote-Work III Erfahrungsbericht Header
Eine kurze Geschichte der Zeit

Fangen wir am besten nicht ganz vorn an. Das hält uns zulange auf. Heute soll es um Remote-Work gehen und warum ich mich entschieden habe, als sogenannter Click-Worker, keinem festen Arbeitgeber zu verschreiben, sondern auf vielen Hochzeiten zu tanzen.

 

Ein komischer Vogel auf dem Drahtseil

Schon vor meinem Studium der Kommunikationswissenschaft und der Politikwissenschaft war ich voller Tatendrang verschiedene Dinge „zu unternehmen“. Ich begeisterte mich für so viele Themen, dass es mir schwerfiel nur ein Hobby, nur ein Projekt oder nur ein Medium gleichzeitig zu genießen. Ich brauchte schon damals die Abwechslung, die Herausforderung und das Gefühl den schmalen Grat zwischen Genie und (Größen-)Wahnsinn zu beschreiten. Ich konsumierte Unmengen an Popkultur in Form von Büchern, Filmen, Serien, Videospielen und während meines Studiums besonders durch die sozialen Medien.

Click-Worker Remote-Work III Erfahrungsbericht Drahtseil

 

Big Trouble in little Erfurt

Was mich dabei immer wieder begeisterte war das unglaubliche Wissen, was mit jedem Projekt, jeder Aufgabe und jeder Idee hinzukam. Lange hielt es mich nie an anderen Orten, ich liebte und liebe Erfurt. Dass ich mich in dieser Stadt verwirklichen konnte, verdanke ich neben vielen anderen Faktoren besonders der Digitalisierung. Als ich nach meinem Studium begann mit Freunden eine Kommunikationsagentur aus dem Nichts aufzubauen, ohne unternehmerisches Vorwissen, kaum Berufserfahrung, aber mit der nötigen Unverfrorenheit sowie ausreichend Demut, wie sie gepaart nur aus den zahlreichen Projekten und Erlebnissen hervorgehen konnte, gelang es uns, im Zusammenspiel vieler Talente im Team.

 

Es war die beste Zeit, es war die schlimmste Zeit  

Ein Unternehmen vom ersten Gedanken an so jung aufzubauen, ist ein erhabenes Gefühl. Man lernt hier nicht nur unglaublich viel, man lebt sein Unternehmen vielmehr, als dass man es führt. Wie in vielen Lebensgemeinschaften wächst man an seiner Beziehung. Man wird reifer und irgendwann erfasst einen der Alltag. Es ist oft ein schleichender Prozess und man bemerkt gar nicht, wie sehr man in den anstehenden Aufgaben gefangen wird. Es bleibt also nicht aus, dass mit wachsendem Erfolg auch Bürokratie und Alltagsorganisation zunimmt. Für einen Freigeist ein angsteinflößendes Szenario. Ein nie endendes Projekt, mit wiederkehrenden Aufgaben. Dabei ist das Agenturleben hier schon anderen Branchen weit voraus. Ein goldener Käfig sozusagen.

Click-Worker Remote-Work III Erfahrungsbericht zwei Städte

Einer flog über das Kuckucksnest

Es war also nur eine Frage der Zeit das Agenturleben zu verlassen und sich – nun mit ausreichend Credebility und Erfahrung – als Click-Worker allein verschiedenen Projekten und Herausforderungen zu stellen. Mein Agentur-Team besuche ich immer noch gern und nicht wenige Projekte setzen wir mit meiner nötigen Freiheit, nun gemeinsam um. Auszubrechen aus der Sicherheit des eigenen Unternehmens und der Vertrautheit seines Teams war sicherlich einer meiner schwierigeren Entscheidungen. Wer aber nicht in der Lage ist Entscheidungen zu treffen, für den – so viel sei hier schon gesagt – ist Remote-Work und insbesondere Click-Working absolut nichts.

 

Der Herr der Dinge

So wie fast jede/r Studierende die Frage hasst, was man danach mit diesem Studium anfangen kann, so widerstrebt mir die Frage, was ich eigentlich genau mache, beinah jedes Mal. Hauptsächlich denke ich viel nach, konsumiere wieder Unmenge an Popkultur – bin zuweilen wählerischer dabei geworden – trinke exorbitant viel Kaffee, gehe eindeutig zu viel mit Menschen essen und finde Lösungen für ganz besondere Herausforderungen. Ich bringe Leute zusammen, die sich unternehmerisch helfen können, ich doziere an einer privaten Uni den Online-Marketing-Nachwuchs, halte passend dazu auch Vorträge und Seminare und ich – so sehr ich diese Formulierung hasse – berate Unternehmen und Unternehmer bei speziellen Themen.

Click-Worker Remote-Work II Erfahrungsbericht Lego Gandalf

  

Inception

Ich arbeite dabei nicht von einem Office aus, sondern von verschiedenen Orten. Zugegeben, direkte Arbeit erledige ich am liebsten von meinem bequemen und vertrauten Home-Office aus. Im Lieblings-Café zu arbeiten kommt eher selten vor. Das stellen sich viele ein wenig zu romantisch vor. Es kommt aber auch auf die eigenen Tasks an. Dennoch verbringe ich ziemlich viel Zeit unterwegs. Ab und an auch mal beim Kunden, aber am liebsten Entführe ich diese in Cafés und Restaurants, damit sie mal aus ihrem Alltag ausbrechen und sich so besser auf neue Gedanken und Inspiration von außen einlassen können.

Click-Worker Remote-Work II Erfahrungsbericht Inception

 

Das Streben nach Glück und passenden Keksen

Wie Heath Ledger als Joker in Batman The Dark Knight schon sagte: Ich tute die Dinge einfach. Warum ich also tue, was ich tue, kann man nicht so pauschal beantworten. Es ist wie sich von der Macht leiten zu lassen. Ich genieße die absolute Freiheit bei gleichzeitiger Sicherheit. Dabei ist mir klar, dass längst nicht jeder Remote- oder Click-Worker diesen Luxus in diesem Maße genießt. Allerdings ist es eben die Melange aus Abwechslung, Herausforderung und Freiheit, die mich darin bestärken, den richtigen Weg zu gehen.

 

Remote-Worker aus Leidenschaft

Wer diesen Weg allerdings beschreiten will, sollte sich bewusst sein, dass es gerade zu Beginn ein paar klare Regeln braucht, die man nicht nur für sich aufstellt, sondern auch einhalten kann. Die Ablenkungen zuhause sind enorm groß, die Koordination verschiedener Projekte inklusive ihrer Vorbereitung, Organisation und Abrechnung bedürfen klar strukturierter Arbeitsweisen. Ohne Leidenschaft für das eigene Schaffen stößt man hier schnell an seine Grenzen. Phasen von Selbstaufopferung sind auch mal ok, sofern man sie limitiert und weiß, wann man einem Kunden auch mal nein sagt, das eigene Leben nicht vergisst oder einen anderen Ausgleich hat. Geld ist kein solcher Ausgleich. Kommt hinzu, dass man für den Kunden Mitarbeiter oder ganze Team koordinieren muss, sollte man besser überzeugen können. Wenn man mich also fragt, wer Remote-Arbeit lieben kann, dann sind es Spezialisten auf ihrem Gebiet, die es verstehen, sich und andere selbst zu organisieren und klare Vorstellungen haben, von dem was sie wollen oder nicht wollen.

Alle anderen werden auf Dauer ihr Glück nur mit Abstrichen hier finden. Das allerdings kann durchaus auch ok sein.

Click-Worker Remote-Work III Erfahrungsbericht Ritter aus Leidenschaft

   

Zurück in die Zukunft

Ich würde es nicht anders wollen. Der Rausch der Herausforderung, die Freiheit selbstbestimmt zu arbeiten und jeden Tag über sich hinauszuwachsen (na gut, vielleicht nicht jeden Tag) sind mein Antrieb. Natürlich ist nicht jeder Remote-Job so exzessiv. Remote-Worker gibt es schließlich auch in Festanstellung. Tatsächlich wäscht aber die Anzahl an Click-Workern, also freien Arbeitskräften mit speziellen Fähigkeiten oder Kenntnissen, die temporär oder dauerhaft hinzugebucht werden. Die Entwicklung des Arbeitsmarktes und ein irgendwann kommendes bedingungsloses Grundeinkommen wird eine wahre Explosion in diesem Bereich hervorrufen. Für viele Menschen wird es – aus der Situation heraus nicht mehr vom Arbeits-Einkommen abhängig zu sein – eine viel attraktivere Möglichkeit sein selbstbestimmt, aber grundsätzlich abgesichert zu arbeiten.

Click-Worker Remote-Work II Erfahrungsbericht Zurück in die Zukunft

   

Metropolis

Click-Worker Remote-Work III Erfahrungsbericht MetropolisDas wird auch Unternehmen zum Umdenken bewegen. Wer hier als Firma clever ist, kann diese Entwicklung zu seinem Vorteil ausbauen. Einige haben dies schon erkannt und setzen immer häufiger auf diese Click-Worker. Daraus ergeben sich letztlich sogar neue Geschäftsmodelle, während andere obsolet werden. Es gibt also keine bessere Zeit sich darüber Gedanken zu machen, ob man seine Fähigkeiten in Festanstellung oder für mehrere Unternehmen als Click-Worker anbietet. Wer gut ist, kann sich seine Kunden dann aussuchen und genießt Freiheit und Sicherheit. Für mich die beste Art zu arbeiten.


Andree Autor pp

Zum Autor:

Andree Hochbach ist studierter Kommunikationswissenschaftler und Dozent für strategisches & operatives Online-Marketing sowie Social-Media & Mobile-Marketing. Digitale Tools und junge Zielgruppen stehen bei ihm besonders im Fokus. Außerdem berät er verschiedene Unternehmen und Institutionen bei der Digitalisierung ihres Marketings, insbesondere bei der Ausrichtung des Employer Brandings und der strategischen Kommunikation.

Cookies & Skripte von Drittanbietern

Diese Website verwendet Cookies. Für eine optimale Performance, eine reibungslose Verwendung sozialer Medien und aus Werbezwecken empfiehlt es sich, der Verwendung von Cookies & Skripten durch Drittanbieter zuzustimmen. Dafür werden möglicherweise Informationen zu Ihrer Verwendung der Website von Drittanbietern für soziale Medien, Werbung und Analysen weitergegeben.
Weitere Informationen finden Sie unter Datenschutz und im Impressum.
Welchen Cookies & Skripten und der damit verbundenen Verarbeitung Ihrer persönlichen Daten stimmen Sie zu?

Sie können Ihre Einstellungen jederzeit unter Datenschutz ändern.