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Einstiegsgehalt – das richtige Maß finden

Einstiegsgehalt persoperm
Eine Frage der Prioritäten

Das Gehalt mag nicht mehr das Kriterium Nummer eins sein, wenn es um Rankings angeht, aber insgeheim ist es doch oft maßgeblich für die Bewerberentscheidung. Gerade zum Einstieg, wenn man gegebenenfalls noch nicht ganz so viele Verpflichtungen, wie zum Beispiel Kinder hat, kann es relevanter sein, als manch anderer Grund, wie flexible Arbeitszeiten oder keinen Schichtdienst zu haben.

 

Eine erste Ahnung

Zu Beginn der beruflichen Laufbahn ist das Einstiegsgehalt so eine Sache. 

Einstiegsgehalt persoperm

Da haben Menschen mit Ausbildung auch einen gewissen Vorteil, denn meist erfahren Sie (wenn auch im Arbeitsvertrag ausgeschlossen) das eine oder andere Gehalt der Kollegen. Sie kennen den eigenen Betrieb schon und wissen grob, welche Bezahlung im Unternehmen zu erwarten ist. Ob das Unternehmen überhaupt im üblichen und angemessenen Rahmen zahlt bekommen sie schnell in der Berufsschule oder im Zuge ihrer beruflichen Tätigkeit. Nicht immer, aber öfter als es Unternehmern mitunter lieb ist. Trotzdem können auch junge Menschen, die mit ihrer Ausbildung fertig sind und eventuell den Betrieb wechseln wollen, Schwierigkeiten dabei haben, wenn es um das richtige Maß für ihr erstes Vollgehalt geht.

 

Das Einstiegsgehalt kann man auch würfeln

Bei Studierenden sieht es da zumeist anders aus. Eine wesentlich höhere Zahl der Studierenden hat kaum eine Vorstellung davon, was ein realistisches Einstiegsgehalt ist oder wie sich so ein Gehalt zusammensetzten kann. 

Einstiegsgehalt persoperm

Generell scheint in Gesprächen zunehmend ein starkes Defizit in Bezug auf reelle Gehälter aufzutreten. Dabei geht es nicht darum, dass Unternehmen lieber von niedrigen Löhnen sprechen, sondern von einer realistischen Einschätzung, was man in manchen Berufen im Durchschnitt verdienen kann. Da bekommt die Aussage, sie wissen oft nicht, wie sich ein Gehalt zusammensetzen kann noch eine andere Dimension. Das trifft zwar auch auf viele Arbeitnehmer zu, die nicht gerade frisch aus dem Studium kommen.

Bei den frischgebackenen Alumni scheint es aber immer öfter um eine ganz andere Dimension zu gehen.

 

Allgemeine Verunsicherung

In der aktuellen Lage verursacht dies nicht nur auf Seiten der Studierenden für Verunsicherung. Unternehmen reagieren zunehmend verunsichert. Einerseits möchten sie die jungen Nachwuchskräfte gewinnen und binden, andererseits sind so manche Vorstellungen weit weg vom unternehmerischen Realismus. Das kann man dann auch schlecht gestandenen Mitarbeitern verkaufen, wenn man darauf eingeht. Nicht nur, weil man ihr Gehalt eventuell nicht anpasst, sondern weil heute auch unerfahrene Absolventen oft mit dem Gehalt langjähriger Mitarbeiter einsteigen ohne, dass man von einem grundsätzlichen zu niedrigen Gehalt ausgehen muss.
Teamkonflikt

 

Die Sache mit dem Durchschnitt

Die Studierenden selbst trifft es ebenso. Es gibt nämlich zahlreiche Studierende mit völlig vernünftigen Vorstellungen, die einfach nur verunsichert sind und die unter diesen Wirrungen ebenso leiden. Denn es ist gerade für die erste Gehaltsverhandlung natürlich von Nachteil, wenn man nicht weiß, ob man viel zu hoch oder aber auch viel zu niedrig ansetzt, wenn es um die Entlohnung, den Urlaub oder andere Vergünstigungen geht. Dabei setzen erfahrungsgemäß die Studierenden mit besserer Praxiserfahrung oftmals ein niedrigeres Gehalt an. Ausnahmen gibt es auch hier, insbesondere in Branchen mit akutem Bedarf, wie zum Beispiel in der IT. Generell herrscht aber Unsicherheit und Plattformen wie Xing, die bei manchen Stellen geschätzte Jahresgehälter mit angeben, machen es, zumindest in den neuen Bundesländern nicht besser. Da bewegen sich Durchschnitt und tatsächlich erreichbare Löhne meist ein Stück voneinander entfernt. Nicht, dass sich hier nicht grundsätzlich auf Lohnseite was tun muss, aber ein Gehalt muss nun mal auch immer erwirtschaftet werden.

 

Interessante Vorstellungen

Damit wir aber nicht nur über theoretische Situationen reden hier ein paar Beispiele aus Gesprächen, die veranschaulichen, wie weit manche vom Maß der Dinge entfernt sind – auf beiden Seiten.

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Ein Studierender, kurz vor dem Bachelor im Fachbereich Wirtschaft und Controlling eines dualen Studiums in Thüringen hatte interessante Vorstellungen. Bei einer 30 Stundenwoche ein Einstiegsgehalt von 60.000 € (mutmaßlich brutto) hielt er für absolut gerechtfertigt. Das scheint umso interessanter, da er das Unternehmen als dualer Studierender mit samt den erwartbaren Gehältern kannte. „Da müssen die sich im Osten anpassen, wenn sie mithalten wollen!“ war seine Meinung dazu. Das ist in vielerlei Hinsicht problematisch.

 

Einstiegshalt rauf, Arbeitszeit runter, Deal?

Nun kann man ihm nicht nachsagen keine Praxiserfahrung zu haben, dennoch erscheint in Thüringen ein Einstiegsgehalt im Controlling mehr als leicht übertrieben, insbesondere wenn man nur von einer 30 Stundenwoche redet. Problematisch ist, dass eben dieser junge Mann scheinbar auch nicht weiß, dass so ein Gehalt auch erwirtschaftet werden muss.

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Zum Bruttogehalt kommen für das Unternehmen ja noch weitere Kosten. Manchmal gewinnt man den Eindruck, dass außer dem Vertrieb nur Geschäftsführer der eigenen Betriebe und einige wenige andere wissen, was es bedeutet 60.000 Euro zu erwirtschaften.

 

Die Krux bei der Sache

Die Einstellung in diesem Fall zeugt auch vom mangelnden Verständnis, wenn es um die Unterschiede verschiedener Wirtschaftsregionen geht. Niemand hielt ihn davon ab, eine Stelle in einem großen Konzern in Betracht zu ziehen. Davon abgesehen, dass er die Bedingungen nach dem dualen Studium kannte, stand ihm bei entsprechender Auslöse für die Studienkosten frei jede andere Stelle zu nehmen. Die Krux, er wollte ja gar nicht weg.

 

Verhältnismäßig unverhältnismäßig

Nun muss man sagen, dass 60.000 Euro in Thüringen keine Selbstverständlichkeit darstellen. Nicht mal Führungspositionen oder Geschäftsführer erhalten all zu oft ein Gehalt in dieser Höhe. Die Gründe hierfür sind vielschichtig. Oft sind die Betriebe nur ausgelagerte Betriebsstätten, Teil eines größeren Konzerns oder recht klein in einer wirtschaftsschwachen Region. Das soll nicht bedeuten, dass in seinen Worten nicht auch etwas Wahres lag. Es geht uns aber, wie der Titel schon sagt, um das rechte Maß.

 

Omnipotenz und der umgedrehte Spieß

Andersherum geht es allerdings auch. Interessanter Weise trifft folgendes Beispiel auf gleich zwei Unternehmen zu. Zwei europaweit und eines sogar weltweit, agierende Unternehmen, eines gehört zu den größeren Arbeitgebern in der Region, das andere mit staatlicher Beteiligung ohne an den öffentlichen Dienst gebunden zu sein, beide mit Hauptsitz in Thüringen suchten schon länger nach einem Leiter Unternehmenskommunikation.

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Erfahrung unbedingte Voraussetzung. Das Aufgabengebiet mannigfaltig bis zur Omnipotenz ausgeschmückt. Nur wenige dürften dem wirklich gerecht werden, wenn überhaupt möglich. Beides keine Branchen in denen guter Durchschnitt für eine derartige Position ansatzweise ausreichen dürfte.

 

Das große Schweigen

Das solche Vakanzen lange bis länger unbesetzt bleiben hat vielerlei Gründe. Lange Bearbeitungszeiten bei Bewerbungen, wenig Flexibilität für moderne Arbeitskonzepte, letztlich aber dürfte es auch hier das Gehalt gewesen sein. Bei beiden Unternehmen waren gleich mehrere Bekannte in der engeren Auswahl. Über das Gehalt schwieg man sich zunächst aus. Es oblag dem Bewerber die erste Offerte zu machen. Das ist nicht unüblich, zeugt aber bei solchen Positionen immer davon, dass der Arbeitgeber entweder nicht weiß, was hier angemessen ist oder ganz klar auf ein möglichst niedriges Angebot eines Bewerbers hofft, bei dem er möglichst wenig Abstriche der erwarteten gottgleichen Fähigkeiten machen muss.

 

Bezahlung für Berufseinsteiger

Es kam wie es kommen musste. Bewerber mit vergleichsweise niedriger – partiell viel zu niedriger Gehaltsvorstellungen wurden zum Gespräch geladen. Nur ein Bewerber schaffte es bei einer angemessenen Gehaltsvorstellung – illustrer Weise 60k Jahresbrutto zum Gespräch eingeladen zu werden. Nicht vergessen, gesucht wurde ein Kommunikationsgott mit reichlich Erfahrung und zukünftiger Personalverantwortung. Schnell wurde aber klar, das anvisierte Gehalt, ist keine Option. 20% weniger wären das absolute Maximum, wenngleich man nicht an den öffentlichen Dienst gebunden wäre, das Aufsichtsgremium aber klar darauf achtet, dass vergleichbare Stellen (nicht notwendiger Weise vergleichbare Aufgaben und notwendige Kompetenzen) nicht schlechter dastehen. Bezahlung wie bei einem Berufseinsteiger also. 

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Wichtig war auch, dass der Master-Abschluss ebenso ein Hindernis wäre und wenn überhaupt eine Promotion dieses Gehalt ermöglichen würde. Welche Kompetenzen damit einhergehen war sekundär. Wichtig war Onkel Doktor auf dem Papier.

 

Hinter den Möglichkeiten

Was soll ich sagen, die eine Stelle wurde durch einen Doktor besetzt, kaum vorstellbar, dass er mehr als 80% des anvisierten Gehalts erhält. Nicht falsch verstehen, für viele Thüringer ist das verdammt viel Geld. In Relation zum Aufgabenportfolio und der nötigen Kompetenz eher lächerlich. Das Unternehmen ist durch seine Struktur sehr offen, es war sicherlich keine falsche Besetzung, aber die richtige, war es auf jeden Fall auch nicht. Es kam wie es kommen musste. Das Unternehmen bleibt weit hinter seinen Möglichkeiten in der Unternehmenskommunikation zurück.

 

Quälen statt richtig wählen

Das zweite Unternehmen hat die Stelle nach dieser Ausschreibung und der Besetzung mit einem eher niedrigen Gehalt inzwischen zweimal neubesetzt. Beim letzten Mal war nicht mal die obligatorische Probezeit vorbei. In jedem Fall waren die „passenden“ Gehaltvorstellungen das ausschlaggebende Argument. Ein Lerneffekt setzt hier wohl erst später, wenn überhaupt ein.

 

Ein problematisches Thema

Woran liegt es also, dass sowohl Unternehmen, wie auch Bewerber, insbesondere junge Absolventen von Hochschulen manchmal so diffuse Vorstellungen beim Thema Gehalt haben? Nun ja, bei zahlreichen Unternehmen ist die aktuelle Entwicklung von Gehältern tatsächlich ein problematisches Thema. Viele würden gern die Löhne denen in den alten Bundesländern annähern, können sich das aber in Gänze schlichtweg nicht leisten. Einige verharren aber nach wie vor in der Vergangenheit. Das ist nicht nur das Gehalt ein Problem, sondern auch sich wandelnde Werte, wenn es um das Arbeiten geht. Diese Unternehmen werden den War of Talents verlieren.

 

Ein gut behütetes Geheimnis

Bei Arbeitnehmern und insbesondere den jüngeren Fachkräften frisch aus der Hochschule müssen wir uns aber auch ein wenig an die eigene Nase fassen. Reelle Gehaltsstrukturen werden von uns kaum vermittelt. Wie sich Gehälter zusammensetzen und was es bedeutet, ein Gehalt unternehmerisch zu erwirtschaften hüten wir wie ein gut behütetes Geheimnis, statt praxisorientiert zu erklären.

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Arbeitsverträge verbieten in der Regel über das eigene Gehalt zu sprechen. Viele – wenngleich auch hier sich ein Wandel vollzieht – sehen das eigene Gehalt als eine besondere Statusform und tragen es nur ungern nach außen, insbesondere dann, wenn es gefühlt nicht genug ist. Überdurchschnittliche Verdienende postulieren in einigen Fällen ganz gern ihr „hohes Einkommen“, wenngleich sie damit ein falsches Bild vermitteln.

 

Die beste Mischung aus Kosten und Fähigkeiten

Ein wenig mehr Transparenz, wenn es um Gehälter in den verschiedenen Branchen und Regionen geht, immer im Kontext von den spezifischen Besonderheiten, wäre ein richtiger Schritt.  Man könnte natürlich auch einfach einen Gehaltsdurchschnitt in die eigene Stellenausschreibung aufnehmen. Eine weitere und vielleicht die eleganteste Variante ist aber eine Personalberatung hinzuzuziehen. Nun mag dieser letzte Tipp seltsam eigennützig klingen. Tatsächlich aber kann man so die Gehaltsangabe in der Öffentlichkeit umgehen und genießt alle Vorteile, um die beste Mischung aus Kosten und Fähigkeiten beim neuen Mitarbeiter zu bekommen. Für Bewerber bietet sich hier die Möglichkeit mit dem Recruiter über machbare Gehaltsvorstellungen zu unterhalten und nicht im ersten Anschreiben oder im Bewerbungsgespräch blind pokern zu müssen. Das entspannt die Situation für beide Seiten und baut Hemmschwellen ab. Resultat sind ehrlichere und authentischere Kandidatengespräche, die zu dauerhaften und hochwertigen Besetzungen führen.

 

Bildquellen: ejaugsburg auf pixabayfredy martinez enamorado auf pixabayfree-photos auf pixabaymaike und björn bröskamp auf pixabayvitabello auf pixabayiirliinnaa auf pixabay | riskantes geschäft auf istock | Einkaufswagen auf  istock | Gehaltsabrechnung auf istock

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