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Digitalisierungsfreuden: Digitalisierung im Arbeitsleben – Teil 5

Digitalisierung Freude

In dieser Essay-Reihe widmet sich Andree der Digitalisierung in der Arbeitswelt. Weil das Thema so unglaublich komplex ist, haben wir es in leicht und recht schnell zu lesende Kurzessays aufgesplittet, die sich immer mit einem oder wenigen Teilaspekten beschäftigen.

 

Always look on the bright side of Digitaliserung

Jetzt haben wir in den vergangen vier Teilen von dem allgemeinen Definitionsdilemma, der schwierigen Aufgabe die Zukunft zu denken, einigen Tools aus der Praxis und den Schattenseiten der Digitalisierung gesprochen.

Im fünften und letzten Teil der Essay-Reihe möchte ich aber den Blick darauf legen, welche Vorteile die Digitalisierung mit sich bringt und welche Bedeutung die digitale Revolution für den Menschen haben kann. Es ist vielleicht der schwierigste Essayteil, denn ich möchte vermeiden, eine verblendete und all zu blumige Utopie zu zeichnen. Arbeiten wir uns daher zunächst an den Fakten ab.

 

Das bisschen Haushalt digitalisiert sich von allein…

Unbequemes erledigt sich quasi selbstständig – so interpretieren viele gern die oft überschwänglich formierten Zukunftsvisionen, die man mit der Digitalisierung zeichnet. Ich will dem grundsätzlich gar nicht widersprechen, denn auch ich sehne den Tag herbei, wo sich Wäsche, Staub und Schmutz, Einkaufen oder Reparaturen fast von allein erledigen. Bis es gänzlich soweit ist, benötigen wir aber vermutlich ein oder zwei digitale Revolutionen mehr. Für den Arbeitsmarkt heißt es somit auch nicht „Adé, unbequeme Arbeiten“, aber repetitive Tätigkeiten könnten schon bald der Vergangenheit angehören. Das ist nicht für jedermann eine tolle Nachricht, denn es gibt sie: Die Menschen, die diese Art Arbeit mögen und brauchen. Für alle anderen könnte es eine regelrechte Befreiung sein. Allen voran viele Selbstständige profitieren bereits jetzt von zahlreichen Möglichkeiten z.B. Buchhaltung, Datenmanagement oder Projekte durch digitale Tools leichter zu steuern oder komplett zu automatisieren. Spart Zeit, Geld und Nerven.

Digitalisierung Freude

Neue Jobs werden geschaffen und abwechslungsreichere Aufgaben erwarten uns vermutlich schneller, als es uns klar ist. Denn wo sich ständig wiederholende Aufgaben auflösen, werden neue, komplexere entstehen. Angefangen bei einfacheren Wartungstätigkeiten, über die Kreation und Implementierung neuer Lösungen, bedarf es zukünftig ein höheres Maß an Kommunikation, um Bereiche umzusetzen, die immens an Bedeutung gewinnen und nur schwierig oder unzureichend durch Digitalisierung gelöst werden können. Denken wir zum Beispiel an Servicefunktionen. Klar werden einfache Dienste hier digitalisiert werden. Sicherlich können auch komplexere Aufgaben digital abgebildet werden. Es stellt sich nur die Frage, ob man das wirklich will und ob man nicht genau hier die, aus meiner Sicht unersetzliche, „Komponente“ Mensch nutzt, weil man sie an anderer Stelle nicht zwingend braucht. Kurz gesagt: einfach neue Prioritäten setzt.

 

Gewandelte Prioritäten

Der Weg, weg von der Erwerbsarbeit, hin zur sinnstiftenden Arbeit. Wir erleben ja schon länger im sich wandelnden Arbeitsmarkt, den Drang zur sinnstiftenden Arbeit. Menschen sind bereit, Einschnitte in anderen Bereichen zu akzeptieren, wenn sich in ihrem Schaffen ein höherer Sinn finden lässt. Wie immer nicht zu pauschalisieren, aber der Trend ist deutlich erkennbar. Sicherlich hat es auch mit dem aktuell recht komfortablen Arbeitsmarkt für Arbeitnehmer zu tun. Generell darf man hier aber eine gesamtgesellschaftliche Entwicklung nicht ignorieren. Diese wird von der Digitalisierung, besonders im Arbeitsleben, vorangetrieben. So lässt sich durchaus behaupten, dass die Digitalisierung dazu beiträgt, dass sich unsere Prioritäten allmählich verschieben. Selbstverständlich spielen hier noch ganz viele andere Faktoren rein. Selbst davon werden einige, im ersten Moment gar nicht offensichtlich, von der Digitalisierung getrieben: Neue Arbeitsmodelle, flexible Arbeitszeiten und mobile Workstations. Themen wie Nachhaltigkeit oder Umwelt werden durch digitale Lösungen stark gefördert und verbreiten sich, durch z.B. soziale Medien und die ständige Verfügbarkeit von neuem Wissen über das Internet, wesentlich schneller als noch vor 15 Jahren.

In Kombination mit veränderten Werten, ergeben die durch Digitalisierung geschaffenen Möglichkeiten, ganz andere Bedürfnisse von Arbeitnehmern. Heute ist nicht nur die Kinderbetreuung während der Arbeitszeit ein Thema, sondern auch die Möglichkeit durch reduzierte Stunden in verschiedenen Lebensphasen mehr Zeit für die Familie zur Verfügung zu haben. All dies ermöglicht uns Digitalisierung heute schon, einzig der Mensch bremst sich hier oft noch aus.

Digitalisierung Freude

Der Pfad weg von der Erwerbsarbeit ist ein Meilenstein in der menschlichen Geschichte. Sollte uns dieser Schritt dank der Digitalisierung gelingen, schaffen wir ganz andere Lebensmodelle für zukünftige Generationen. Philosophische Ansätze wie die von Platon oder Aristoteles, rücken in die Nähe und das ganz ohne Sklaverei und dem Rechteentzug bei Frauen, Nicht-Freien und Arbeitern. Insbesondere Aristoteles hatte hierzu interessante Ansätze, bis auf benannten Sklaven-Chauvi-Makel, bei seinen Gedanken zu einer modernen Polis mit tugendhaften Bürgern. Denn tugendhaft konnte nur der sein, der nicht arbeitete. Also im klassischen Sinne, was Sklaven, Händler, Handwerker und Frauen per se schon mal ausschloss. Was aber, wenn keiner mehr arbeiten muss, sondern nur noch „arbeitet“ als reine Selbstverwirklichung? Es wird zwar immer Arbeit geben, die wir nicht der Digitalisierung überlassen können, aber der Unterschied, zu arbeiten, um z.B. mehr als die Grundbedürfnisse decken zu können, wird ein völlig neues Bild vom Berufsleben zeichnen.

 

Lebe lang, digital und zufrieden

Ich habe in dieser Reihe ja schon öfter Bezug auf Star Trek genommen. Nicht, weil ich ein großer Fan von vulkanischer Logik oder dem kreativen Technosprech bin. Mal von der ganzen Voraussicht der Serie zum Thema Digitalisierung abgesehen – die wir bereits schon heute nutzen durch iPads, Sprachinterface oder in der theoretischen, wie praktischen Physik – hat die Serie interessante Ansätze einer zukünftigen Gesellschaft. Auch wenn es innerhalb der Epsioden zu zahlreichen Inkonsistenzen kommt, wenn es um eine Gesellschaft ohne Geld geht, die arbeitet, um sich selbst zu verbessern. Die Digitalisierung wird uns neue Aufgaben geben, die fernab von erwerbstätiger Arbeit aufkommen. Arbeit als persönliche und gesellschaftliche Weiterentwicklung funktioniert in den meisten Zukunftsszenarien auch nicht ohne Geld. Wie aber schon erwähnt, dient es nicht mehr dazu die eigene Existenz zu sichern, ohne von der Gesellschaft isoliert zu sein.

Ganz kurz dazu: Heute sind Arbeitslose, insbesondere Langzeitsarbeitslose, egal ob bewusst dazu entschieden oder unbeabsichtigt, stigmatisiert und weitestgehend gesellschaftlich isoliert.

Digitalisierung Freude

Wir definieren uns über unseren Beruf mehr, als es die meisten gern zugeben und der berufliche Status in Kombination mit einem Gehalt ist und bleibt Indikator für Erfolg, gesellschaftliche Stellung und Handlungsoptionen. Das führt oft dazu, dass Jobs nicht immer von den qualifiziertesten Personen ausgeübt werden, sondern von den ehrgeizigsten. Und da gibt es einen großen Unterschied. Ich möchte hier zwar nicht pauschalisieren, aber ein in der Allgemeinheit – außer bei der betreffenden Zielgruppe selbst – gesellschaftlich sehr einheitliches Bild nutzen.

Steinigt mich, aber oft gewinne ich und vermutlich viele andere auch, den Eindruck, dass im öffentlichen Dienst und hier insbesondere in Ämtern, eine ganz bestimmte Klientel besetzt wird. In inzwischen reichlichen Begegnungen erlebte ich schon oft, dass mir durchaus nette, aber nicht oft sehr kompetente Mitarbeiter gegenübersaßen. Ich möchte diese Menschen auch gar nicht abwerten, denn es gäbe mit Sicherheit Berufe, in denen sie ihre wahren Stärken durchaus ausspielen könnten. Es scheint aber so, dass bei der Besetzung vieler dieser Stellen, die Besetzer einen gewissen Status Quo aufrechterhalten wollen – was ihnen dienlich ist, der Allgemeinheit eher weniger. Dabei geht es auf Bewerberseite vor allem um eines: Sicherheit. Über 60% der unter 30-Jährigen hält einen Job in der öffentlichen Verwaltung für langfristig sicher und wenig belastend. Davon abgesehen, dass die Digitalisierung hier zeitnah mit dieser Sicherheit aufräumen wird, stellt sich aber für unsere Betrachtung eine ganz andere Frage: Wie und mit wem besetze wir Jobs in einer digitalisierten Welt, in der wir für unser Auskommen nicht mehr arbeiten müssen?

Digitalisierung FreudeVita – die Freiheit nehme ich mir

Nein, ich habe mich nicht verschrieben, nein, ich meine nicht den Kreditkartenanbieter. Stellen Sie sich doch einmal vor, sie wären absolut frei zu tun, was sie wollen. Für Wohnung und andere Grundbedürfnisse sind sie finanziell versorgt. Was würden sie tun? Also nicht in den ersten drei, vier Wochen, sondern was würden sie mit ihrem Leben anfangen wollen? Nicht jeder fühlt sich als Künstler, nicht jeder wird Poet. Ziemlich schnell wird ziemlich vielen Menschen klar werden, dass Arbeit durchaus auch eine Erfüllung sein kann.

Digitalisierung FreudeInsbesondere, wenn ich mich auf eine Arbeit einlasse, der ich eine besondere Bedeutung abgewinnen kann. Berufe wie Pflegekraft, Lehrer oder in der Abfallverwertung würden einen völlig anderen Status z.B. über ein extrem hohes Zusatzhonorar erhalten können, während andere Tätigkeiten vielleicht mehr unserer Individualität entsprechen, aber dafür nicht so stark entlohnt werden.

Wie organisieren wird das? Wie schaffen wir Raum für Entfaltung? Welche Jobs benötigt es, um diese Form der Gesellschaft zu ermöglichen? Das sind spannende Fragen und ehrlich gesagt begreife ich nicht, warum wir diesen Vorteil der Digitalisierung nicht stärker aufgreifen im einstigen Land der Dichter und Denker. Die Digitalisierung gibt uns die Möglichkeit in nie dagewesener Geschwindigkeit Arbeit, Gesellschaft und Leben nicht nur neu zu denken, sondern sie auch umzusetzen. Solche Entwicklungen bedurften früher mehrere Generationen. Heute können wir einzelne Schritte in weniger als einer Dekade erdenken und umsetzen, wenn wir nur wollen.

Digitalisierung Freude

Das Wissen der Menschheit verdoppelt sich alle zwei Jahre. Die Digitalisierung ermöglich uns nicht nur diese enorme Leistung, sie lässt uns direkt daran partizipieren. Man kann über Unternehmen wie Google sagen was man will – böse Datensammler, die kaum Steuern zahlen – das mag in einer sehr engstirnigen Welt stimmen. Den gesellschaftlichen Mehrwert, den Unternehmen wie dieses ermöglicht haben ignorieren wir dabei aber völlig. Die Muttergesellschaft Alphabet leistet heute mehr Forschung im Bereich Digitalisierung, als die führenden Industrienationen zusammen. Dabei werden regelmäßig technische Quantensprünge erreicht. Das Ganze funktioniert nur durch die enormen Gewinne, die dieses Unternehmen eben in nicht unwesentlichen Teilen durch die Digitalisierung macht.

 

Ohne das Licht gäbe es gar keinen Schatten

Wenn ich mich also im vergangenen Teil über die Schattenseiten der Digitalisierung geäußert habe, möchte ich hier ganz stark betonen, dass es diese negativen Aspekte überhaupt nur wegen der zahlreichen positiven geben kann. Veränderungen gehen oft mit Ängsten einher, gerade wenn sie so komplex und zeitlich eng gefasst sind, dass die Entwicklung unmittelbar zu spüren ist. Das sei unbestritten. Wir genießen aber, gerade im Berufsleben, so viele Optionen durch die Digitalisierung, dass sie nicht nur sprichwörtlich unser Leben verändern, sondern gesamtgesellschaftlich einen Einfluss auf die Menschheit haben wird. Und dafür mussten wir nicht einmal einen funktionierenden Warp-Antrieb konstruieren. Sorry Zefram Cochrane, aber die Digitalisierung botet dich gerade aus.

Bilder: Arek Socha auf pixabayanalogicus auf pixabayrawpixel auf pixabayskeeze auf pixabay  | www slon pics auf pixabayfree-Photos auf pixabaywilliam iven auf pixabay

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