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Die Zukunft muss gedacht werden: Digitalisierung im Arbeitsleben – Teil 2

Zukunft denken persoperm

In dieser Essay-Reihe widmet sich Andree der Digitalisierung in der Arbeitswelt. Weil das Thema so unglaublich komplex ist, splitten wir das Gesamt-Thema in leicht und recht schnell zu lesende Kurzessays auf, die sich immer mit einem oder wenigen Teilaspekten beschäftigen.

 

projizierte Wunschvorstellungen

In den Medien wird aktuell und in den vergangenen Monaten sehr häufig über Digitalisierung und die Zukunft des Arbeitens berichtet. Viele Stimmen verlautbaren unterschiedlichste Szenarien. Einige stechen heraus, andere verblassen noch bevor man den Artikel zu Ende gelesen hat. Viele zeichnen abenteuerliche Szenarien, andere skizzieren auch die sich daraus resultierenden Notwendigkeiten. Manche projizieren ihre eigenen Wunschvorstellungen in die, manchmal sehr verhaltene, Realität.

Wie schon im letzten Beitrag beschrieben, gibt es keine einheitliche Definition von Digitalisierung. Zudem erstreckt sich diese ominöse Bezeichnung in ziemlich viele Bereiche, was das Ganze noch schwieriger zu erfassen macht. Das mag ein Grund sein, warum so viele unterschiedliche Vorstellung von Digitalisierung und der Zukunft der Arbeit existieren.

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Falsche Antizipation

Auf die Frage, in welchen Berufen wir diese Veränderungen schon bald zu spüren bekommen, antwortete im April 2018 in einem Interview der Wirtschaftswoche, Digitalexperte Karl-Heinz Land (der zugegeben durchaus hoch dekoriert und ein alter Hase im Digitalisierungsbusiness ist) folgendes:

„Zunächst werden wir das Ende der Assistenten sehen. In wenigen Jahren werden sich Manager Gedanken machen, ob sie wirklich noch notwendig sind. Chefs könnten sich schon bald auf Alexa, Siri oder Cortana verlassen.“

Nun, etwa ein Jahr später und als glücklicher Nutznießer eines Assistenten sage ich: nein.

Lasst mich das kurz begründen. Vorab muss ich aber noch fix spekulieren. Entweder Herr Land benutzt selbst keine Digital-Assistenten oder er hatte persönlich nie einen (eventuell auch einfach keinen guten) Assistenten oder eine Assistentin.

Ein guter Assistent ist so viel mehr als man mit dem aktuellen Stand der Technik auch nur annähernd abbilden könnte. Also ehrlich, ich bin der Letzte, der es ablehnen würde, Jarvis als seinen Assistenten zu beschäftigen. Allerdings bestehen zwischen Jarvis und den aktuellen Versionen von Alexa, Siri oder Cortana bisweilen eklatante Unterschiede. Da habe ich noch nichts gesehen, was mich überzeugt auf komplett digitale Lösungen umzusteigen.

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Umso mehr schätze ich den Menschen, der meine Wirrungen und Impulse strukturiert, damit ich mich darauf konzentrieren kann, das zu tun, was ich vermeintlich besonders gut mache.

 

was Morpheus sagt!

Herr Land mag es mir übelnehmen, wenngleich ich davon ausgehe, dass er diesen Beitrag nicht lesen wird, aber hier erkenne ich gleich mehrere Probleme der Überschwänglichkeit an Digitalisierung. Zum Beispiel die Dissonanz bei der Wahrnehmung aktueller technischer Gegebenheiten. Wir haben viel erreicht. Die Sprachassistenten von heute in Kombination mit einigen Programmen und Online-Tools muten fast wie Magie an. Zumindest für Teilnehmer der industriellen Revolution. Dennoch überschätzen wir bei weitem die aktuellen Möglichkeiten von KI, meint auch Dr. Wess, Mitglied im Aufsichtsrat des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz.

„…eine wirkliche künstliche Intelligenz, im Sinne der ursprünglichen Definition aus dem Jahr 1956 oder dem Turing Test von 1950, ist noch lange nicht in Sicht.“

schreibt Wess.

Da muss ich unweigerlich an Morpheus aus Matrix denken, der Neo von der Selbstherrlichkeit der Menschen bei der Schöpfung künstlicher Intelligenz, als Ursache für ihren Untergang, erzählt. Nun mag die Ausgangssituation eine andere sein und ich will hier gar keine Angst vor dem technologischen Fortschritt schüren. Die 80er und 90er sind schließlich längst vorbei. Es geht mir um das Unverständnis von künstlicher Intelligenz, dass wir im Realen, wie auch die Menschen im Matrix-Universe, an den Tag legen. Nur eben in unterschiedlicher Ausprägung. Ja wir sind auf einem guten Weg, aber ich habe mehr Anspruch an meinen Assistenten, als diesen aktuelle Tools heute und in absehbarer Zukunft abbilden können.

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Der Tod und die Steuer

Digitalexperte Land, aber auch einige andere wie z.B. Richard David Precht, prognostizieren den Wegfall vieler weiterer Berufe. Das scheint nicht nur plausibel, sondern ist aus meiner Sicht unumgänglich. Experten gehen davon aus, dass die Digitalisierung vor allem repetitive Jobs, wie in der Produktion oder vielen logistischen Berufszweigen obsolet machen wird.  Land behauptet zum Beispiel auch, dass Berufsgruppen wie Juristen und die der Steuerberater darunterfallen. 

Es heißt, nur zwei Dinge sind gewiss: Der Tod und die Steuer. Nun, menschliche Steuerberater wird es zumindest so lange geben bis entweder a) das Steuerecht vorsieht, dass die Steuererklärung endlich auf den verdammten Bierdeckel passt oder b) im Finanzamt auch nur noch Programme die Steuer prüfen. Für alle weiteren Berufe, insbesondere Juristen, lege ich aber nicht die Hand ins Feuer.

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Zumindest werden die notwendigen Mitarbeiter stark reduziert werden können. Viele Jobs müssen zudem auch nicht mehr zwingend an einem festen Arbeitsplatz stattfinden.

 

Telearbeit – bitte was? 

Kurioser Weise arbeiten viele Experten mit dem Begriff „Telearbeit“. Mir persönlich scheint das ein wenig befremdlich, denn es mutet an, wie eine Vorstellung virtueller Arbeitsplätze Ende des 20. Jahrhunderts.

Der grundsätzliche Gedanke ist aber ein entscheidender. Arbeiten in einem festen Office wird in Zukunft eher ein Anreiz von Arbeitgebern sein, als ein unbedingtes Muss. Und ja, es gibt zahlreiche Berufe die man nicht oder nicht ganz so zeitnah von überall ausüben kann.

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Doch schon jetzt sind Home-Office-Optionen keine vereinzelte Besonderheit im modernen Arbeitsleben. Gut vorstellbar, dass ein Platz im Büro bald mehr Anreiz darstellt, als ein notwendiges Übel zu sein.

 

Große Erwartungen

Was aber erwartet uns nun in der Zukunft? Volkswagen-Betriebsratschef Bernd Osterloh meint: Notwendig sei eine Arbeit, mit der man so viel Geld verdienen könne, dass man sein Leben gestalten kann. „Ich brauche kein Recht auf Arbeit, sondern auf ein anständiges Leben.“ konstatiert er diesen April in den Salzburger Nachrichten. Das kommt auch in einigen Aspekten den Ausführungen von Philosoph Richard David Precht relativ nahe.

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Arbeit wird sich verändern und dabei werden auch Arbeitsplätze wegfallen. Und ja, es werden durchaus viele Arbeitsplätze sein. Das sehe ich aber, wie auch Precht, nicht als ein wirkliches Dilemma. Unser Problem wird sein, wie wir Menschen, die wir nicht höher- oder weiterqualifizieren können, gemäß der Worte von Bernd Osterloh, ein „anständiges Leben“ gewährleisten können. Das Grundeinkommen, ob bedingungslos oder nicht, zeichnen viele Zukunftsforscher als eine der unumgänglichen Optionen. Mich persönlich freut es sehr, dass wir weit vor der Erfindung des Warp-Antriebs schon diskutieren, dieses System praktikabel umsetzen zu können. Fairer Weise muss ich gestehen diskutieren wir dieses Thema tatsächlich schon seit dem 15. Jahrhundert und früher. Wir sehen, diesem Komplex gebührt ein eigener Beitrag.

 

Star Trek war großes Digitalisierungs-Tennis

Es gibt und wird Jobs geben, die werden wir in einer noch so durchdigitalisierten Welt schlecht durch Maschinen und künstliche Intelligenz erledigen lassen können. Ich wage sogar zu behaupten, dass der momentane Drang durch digitale Lösungen Serviceleistungen zu ersetzen, wieder ins Gegenteil umschlagen wird.

Zukunft denken persopermWer kennt sie nicht, die Frustmomente digitaler Ansagen, Abfragen und Spracheingaben, die einen an den Rande des Wahnsinns treiben? Selbstverständlich ist das aktuell durchaus eher ein technisches Problem und viele Unternehmen arbeiten an mitunter beeindruckenden Lösungen, die trotzdem nicht Jarvis sind. Doch gerade im Bereich der interpersonellen Interaktion müssten Maschinen und KI Dinge leisten, die wir mit binären Systemen gar nicht, aber auch mit Hilfe der Quantentechnik nur in vager Voraussicht erreichen können.

An dieser Stelle fällt mir erneut auf, wieviel mir die StarTrek-Serien, um die 90er herum, zu dem Gesamtthema, mitgegeben haben. Die Serien waren großer Vorreiter einer digitalisierten Welt, wie wir sie gerade erwachen sehen. Sein es Tablets und Smartphones, sei es die Sprachinteraktion mit der „Enterprise“, das Bestreben von Lt. Commander Data menschlicher zu werden oder die Gesellschaftsstruktur in der Zukunft in der wir…

…Zitat Picard:

„… Sehen Sie im 24. Jahrhundert gibt es kein Geld. Der Erwerb von Reichtum ist nicht mehr die treibende Kraft in unserem Leben. Wir arbeiten, um uns selbst zu verbessern und der Rest der Menschheit …”

…weg von der Erwerbsarbeit kommen und den Weg zu neuem gesellschaftlichem Zusammenleben mit einer, mutmaßlich nie dagewesenen, Freiheit gehen.

 

Was arbeiten wir denn nun in der Zukunft?

Es gibt wirklich viele Ideen, wie sich Arbeit in Zukunft darstellen wird und die Bereitschaft auch einen gesellschaftlichen Wandel voranzutreiben nimmt maßgeblichen Einfluss auf die verschiedenen Szenarien und Beispiele. Was aber relativ sicher scheint sind sehr spezialisierte Berufsfelder oder Menschen, die interdisziplinär diese kleinteilige Arbeit exorbitant gut koordinieren können.

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Kommunikation und soziale Interaktion werden zu zentralen Kompetenzen und zwar in einer Güte, die nicht jeder Mensch abbilden kann oder vielleicht auch will. Ein Modell was sich in diese neukonstruierte Arbeitswelt hervorragend einfügt ist zum Beispiel das Modell der Click-Worker. Sprich, ich stelle meine Arbeitskraft, mit meinen ganz speziellen Fähigkeiten, nicht einem einzigen Arbeitgeber zur Verfügung, sondern ich stelle sie verschiedenen Arbeitgebern, in unterschiedlichen Projekten und unter verschiedenen persönlichen Maßgaben bereit. Eventuell ganz ohne wirtschaftlichen Druck, weil beispielsweise mein Grundeinkommen gesichert ist.

 

eine Fahrbahn zeichnen

Ich selbst bin tatsächlich so ein Click-Worker. Als Freiberufler stelle ich mich und meine Fähigkeiten verschiedenen Unternehmen zur Verfügung. Teils für feste Aufgaben, teils projektbezogen und immer frei in meiner Entscheidung, welche Arbeit und Projekte ich annehme und welche nicht. Ich profitiere zudem maßgeblich von der Digitalisierung. Viele Aufgaben muss ich nicht zwingend beim Kunden erledigen und da ich am liebsten nachts arbeite, muss ich auch nicht die Arbeitszeiten des festangestellten Mitarbeiters quälend ertragen.

Nun genieße ich die große Freiheit, sehr selbstbestimmt meine Jobs auswählen und auch ausüben zu können. Für die Zukunft des digitalen Arbeitslebens müssen aber grobe Begrenzungen gezogen werden, die dem nun freien „Arbeitnehmer“ – wir müssen wohl auch Begriffe neu schaffen oder definieren – ein gewisses Maß an Sicherheit bieten und das Arbeitsleben quasi auf der Spur halten.

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mit hinkendem Fuß

Aktuell stellen wir uns bei der Skizzierung der Zukunft nicht besonders engagiert oder clever an. Ehrlich gesagt humpeln wir ja auch bei bereits aktuellen Themen oft weit hinterher. Digitalisierung ist zwar in aller Munde, aber ohne genaue Definitionen, klaren Vorstellungen und dem Willen, in umfassendem Maße die Zukunft zu denken – und zwar unter realistischer Betrachtung technischer Möglichkeiten vom theoretisch Machbaren, über vereinzelte Prototypen bis hin zum Einsatz in der breiten Praxis – wird das Ganze ein Hindernislauf auf einem Bein.

Es besteht akuter Handlungsbedarf, denn viele der angerissenen Themen und Probleme müssen gut durchdacht und mit belastbaren, praxistauglichen Konzepten angegangen werden. Das gelingt bisweilen mäßig – ok zugegeben, ehrlicherweise so gut wie gar nicht.

 

Potential intelligenter Implementierung

In unserem nächsten Teil gehe ich auf technologische Lösungen ein, die die Digitalisierung mit sich bringt und welches Potential in einer intelligenten Implementierung in den Business-Alltag steckt. Natürlich beschränke ich mich auf ausgewählte Beispiele und werde eher auf die positiven Aspekte der Digitalisierung in der Wirtschaft eingehen. Für alle Skeptiker, Digitalisierungs-Gegner und Menschen, die einfach nur gern dagegen sind, kommen wir in einem weiteren Teil auch auf die Nachteile einer digitalisierten Arbeitswelt zu sprechen.

 

Bilder: Arek Socha auf pixabayLenin Estrada on pexelsHelena Lopes on pexelsTheodor Moise auf pixabay | rawpixel.com von Pexelsmihakonceptcorn | Zikatuha

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