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Corona – Zwingt uns die Krise zu längst überfälligen Veränderungen?

Wir schreiben das Jahr 2020 – schon allein diese mächtige Zahl symbolisierte etwas Großes. Jedoch erwartete niemand von uns das Virus, welches uns seit Wochen nicht mehr aus dem Kopf geht und viele von uns Zuhause „einsperrt“.  Verstehen Sie uns im Folgenden nicht falsch, denn auch wir freuen uns, wenn COVID-19 vorbei ist. Aber währenddessen beginnen Veränderungen, die schon seit mehreren Jahren auf politischen Agenden stehen und doch aus den unterschiedlichsten Gründen immer wieder verschoben wurden. Insgesamt konnte man rückblickend erkennen, dass Deutschland sich allgemein mit Veränderungen sehr schwertut. Dennoch konnten wir auch positive Entwicklungen wahrnehmen, die nicht ganz selbstverständlich sind und die aktuell nicht jeder auf dem Schirm hat. Außerdem wird es auch wieder Zeit für eine positive Sicht der Dinge:

 
Von der Not zur Tugend: Die Digitalisierung

„Deutschland ist im 21. Jahrhundert angekommen“, hieß es von Seiten der CDU im Jahr 2018. Naja, zeitlich schon. Über den Rest lässt sich streiten. Denn seit Jahren hängt die Bundesrepublik im Bereich der Digitalisierung meilenweit hinterher. Im letzten Ranking des International Institute for Management Development (IMD), einer angesehenen Wirtschaftshochschule im schweizerischen Lausanne, lag Deutschland nur im Mittelfeld – hinter Ländern wie Estland, den Niederlanden und Südkorea. Und das obwohl der Spielball seit Jahren auf dem Themenfeld Digitalisierung hängen bleibt. Die sozialliberale Koalition unter Helmut Schmidt (SPD) hatte bereits 1981 Pläne für einen bundesweiten Glasfaserausbau beschlossen. Ein Jahr später kam Helmut Kohl (CDU) in die Regierungsverantwortung, legte die Pläne auf Eis und förderte lieber das Kabelfernsehen. Fast 40 Jahre später gibt es immer noch kein flächendeckendes Glasfasernetz.

Doch mittlerweile findet sich Licht am Ende des Tunnels. Durch Corona sind viele von uns gezwungen worden ihre Arbeit von Zuhause aus zu verrichten, und auch Schulen waren und sind teilweise vorübergehend geschlossen.

 

But the Show must go on! Wenn schon kein persönlicher Kontakt mehr möglich ist, dann müssen sich andere Wege finden lassen. Mittlerweile werden die Aufgaben der Kids in Schulen elektronisch weitergegeben und in Universitäten und Fachhochschulen laufen Online-Vorlesungen konzentriert ab. Auch wenn wir hier nur mit provisorischen Modellen arbeiten zeigt sich, dass zum Einen die Entwicklung digitalisierter Bildung dringend nötig und zum Anderem durchaus möglich ist. Nebenbei entdecken viele Unternehmen zum zweiten Mal das Internet für sich, da es aktuell für viele der einzige Vertriebs- und Kommunikationsweg ist.

Der Koalitionsausschuss möchte demnächst ein 500 Millionen-Euro-Paket für die digitale Bildung ausgeben. Diese 500 Millionen sind vor allem für Investitionen in Schulen vorgesehen, damit diese elektronisch gewappnet sind, wenn die Lockerungen in den nächsten Wochen beginnen. Die Absicht dahinter war auch das Handwerk zu fördern. Handwerksunternehmen sollten während der Zwangspause die Schulen reparieren und modernisieren, solang diese, zum größten Teil, leer stehen. Zudem nahmen einzelne Bundesländer wie Brandenburg und Baden-Württemberg schon Kredite auf, um diese zukünftig in wichtige Bereiche, wie Bildung, Kultur und Gesundheit zu investieren. Zu erwähnen ist noch, dass viele Förderprogramme für Unternehmen aufgelegt wurden, damit diese sich vor allem beim Thema Digitalisierung neu aufstellen können. Eine Übersicht hierfür bietet unsere Förder-Bar-Kampagne auf Facebook & LinkedIn. Grundsätzlich sind weitere Maßnahmen zukünftig mehr als notwendig, aktuell scheint es aber nur wenig Ambitionen, weitere Investitionen anzuschieben, zu geben. Die Pressekonferenzen vom Wirtschaftsministerium mit Minister Altmaier zeigen inzwischen, dass selbst die in der Krise gestrickten Förderprogramme nicht nach Plan umgesetzt werden. Von weiteren Förderungen wird flächendeckend abgesehen.

  

Lebensnotwendige Veränderungen: Die Umwelt

Spätestens nachdem Greta Thunberg im letzten Jahr mit der „Fridays for Future“-Bewegung Aufmerksamkeit erlangte, sollte es jedem bewusst sein: Die Menschheit muss sich schleunigst Lösungen zu ihrer aktuelle Umweltbilanz überlegen – insbesondere Unternehmen tragen hier eine starke Verantwortung. Kritik erntete die Bundesregierung unter anderem, weil sie, trotz der Bedenken und Warnungen von zahlreichen Experten, Umweltverbänden und Wissenschaftlern, die Kohlekraftwerke erst 2030 bzw. 2038 ablösen möchte. Für viele der Genannten viel zu spät! Doch vielleicht ist auch hier Corona der nötige Anstoß, der unsere Erde aufatmen lässt.

Denn seitdem das Virus einen Großteil der Weltwirtschaft, zumindest partiell, lahmgelegt hat, ließen sich einige klimatische und umwelttechnische Beobachtungen feststellen. In Venedig zum Beispiel, kehren Fische und Delfine in die kleinen Kanäle und Flüsse zurück, da diese nicht mehr von den Touristen gestört werden. Ebenso auf der deutschen Lieblingsinsel Mallorca konnte sich die Situation aufgrund fehlender Touristen verbessern, denn seitdem diese fehlen, sank das Abfall-Aufkommen um rund 39 Prozent. Auch das Wasser wird wieder kristallklar, und die seit Jahren geplante Säuberung des Meeres wird endlich ungestört umgesetzt. Insgesamt konnten  8.600 Tonnen Müll aus dem Mittelmeer gefischt werden.

  

Außerdem hat die verbesserte Luftqualität in Europa aufgrund der Corona-Beschränkungen laut einer Studie gesundheitliche Vorteile gebracht, die einer Vermeidung von 11.000 Todesfällen gleichkommen. Der Wert sei auf die Verringerung der Stickstoffdioxid-Belastung um 40 Prozent sowie die Abnahme der durchschnittlichen Feinstaubbelastung um 10 Prozent in den vergangenen 30 Tagen zurückzuführen, teilte das Centre for Research on Energy an Clean Air (CREA) mit.

Insgesamt hat sich die umwelttechnische Situation der Erde also ganz unabsichtlich verbessert. Die Frage ist nun, ob diese Potenziale nach der Virenkrise erkannt bleiben und man weitere notwenige Umwelt-Maßnahmen, auch in Unternehmen, beibehält bzw. einführt und ausbaut.

 

Erkenntnisse – Was wirklich zählt

Dort, wo die Infektionszahlen nach oben schossen, wurden einige Berufsgruppen an Ihre Belastungsgrenze geführt. Panikkäufe in Supermärkten sorgten für leere Regale und viele Verkäuferinnen und Verkäufer kümmerten sich ohne Pause während dieser schweren Zeit um Nachschub. Die Alten- und Krankenpfleger und Ärzte waren gefragt, da diese sich vor allem um die älteren Generationen und Krankenhauspatienten kümmern mussten, obwohl die höchste Alarm- und Infektionsstufe galt. Jetzt erst haben wir die Relevanz dieser Menschen erkannt und müssen feststellen, dass diese wichtiger sind als wir sie im Alltag bisher wertschätzen.

  

Aufgrund der Tatsache, dass alles ohne diese Menschen kollabiert wäre, sind erste Maßnahmen in Sicht, die nicht nur einen Dank, sondern auch ein Lob aussprechen. Ein richtiges „Danke“ für die geleistete Arbeit bleibt aufgrund fehlender Finanzierungsmöglichkeiten bisher jedoch aus.  

Im Gegensatz zu uns erhalten alle Verkäuferinnen und Verkäufer in Österreich ab August 1.700 Euro jährlich mehr Lohn. Hier in Deutschland existieren einzelne Initiativen, unterstützt von mehreren Gewerkschaften, für allgemein „faire Löhne“ in den so genannten systemrelevanten Berufsgruppen, damit vor allem diese Berufe in Zukunft besser bezahlt werden. Bisher mit eher mäßigem Erfolg. Ideen für einen Mindestlohn von 12€ oder ein bedingungsloses Grundeinkommen werden so laut diskutiert wie nie zuvor. Wenngleich einige CDU’ler diese Woche nicht nur keine weitere Erhöhug, sondern eine Kürzung des Midestlohns fordernden. Schnell rief die Parteiführung die Profileure zurück.

Natürlich stellt sich auch die Frage, ob ein bedingungsloses Grundeinkommen die wirtschaftliche Lage besser stabilisiert hätte, als massive Förderprogramme aufzuerlegen, die häufig dafür kritisiert wurden zwar den Unternehmen, aber wenig den Unternehmern, Arbeitnehmern, Künstlern und Soloselbstständigen zu helfen. Diverse Unternehmerverbände und sogar einige Gewerkschaften, welche sich sonst wenig mit dem Gedanken eines Grundeinkommens aus jeweils ganz eigenen Gründen anfreunden konnten, befürworteten die Idee während der Krise ein zumindest temporäres Grundeinkommen, Bürgergeld – bedingungslos oder an Bedingungen – geknüpft auszuzahlen. Die FDP sprach schon vor der Krise über die Einführung eines Bürgergeldes, welches zwar an sich ein Grundeinkommen ist, jedoch nicht bedingungslos, sondern an noch nicht ausgehandelte Maßnahmen und Pflichten knüpft, als Modell getestet werden sollte. Konkrete Lösungen lassen noch auf sich warten, aber eventuell erhalten unsere Heldinnen und Helden auch so endlich das, was Ihnen zusteht!

 

Der Mensch im Mittelpunkt

Neben diesen ganzen Punkten darf auch der Mensch nicht zu kurz kommen: Denn durch Corona sind vor allem wir Bürger umsichtiger geworden. Liefen wir vor der Krise mit Scheuklappen durch die Leistungsgesellschaft und sahen unsere Mitmenschen als Konkurrenten an? Das vielleicht nicht, aber mittlerweile hat sich ein neues Bild entwickelt, welches eine Form der Solidarisierung zeigt: Junge Menschen kaufen für die älteren ein, da diese zur Risikogruppe gehören. Andere, wie zum Beispiel Verkäufer und Pfleger, gehen an ihre Grenzen, damit das System am Laufen bleibt. Die meisten halten sich kollektiv an die Regeln und versuchen eine Corona-Ausbreitung gemeinschaftlich aufzuhalten. Insgesamt wäre es wirklich schön, wenn diese gewisse „neue Menschlichkeit“ auch nach der Krise, zumindest ein wenig, erhalten bleibt.

 

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